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Hausgottesdienst
10. Sonntag im Jahreskreis (B)
09.06.2024

Lied: Kommt herbei, singt dem Herrn (GL 140)

Einleitung

Wes Geistes Kinder wir sind, hören wir heute im Evangelium. Dass wir auch die bösen Geister kennen, manchmal sogar rufen, können wir erzählen, beklagen - oder auch verdrängen. Dass Jesus sie austreibt, ist eine Zusage, die uns das Leben neu aufschließt.
Im Psalm 27 heißt es: „Der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist die Kraft meines Lebens; vor wem sollte mir bangen? Meine Bedränger und Feinde, sie müssen straucheln und fallen“.
Darum bitten wir ihn:

Kyrie-Ruf

Herr Jesus Christus, du bist der Sohn Gottes.
Herr, erbarme dich.

Ganz Mensch hast du unter den Menschen gelebt.
Christus erbarme dich.

Deshalb kennst du uns. Auf dich können wir vertrauen.
Herr erbarme dich.

Gebet

Gott, unser Vater, alles Gute kommt allein von dir. Schenke uns deinen Geist, damit wir erkennen, was recht ist, und es mit deiner Hilfe auch tun. Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.

Evangelium (Mk 3 ,20-35)

In jener Zeit ging Jesus in ein Haus und wieder kamen so viele Menschen zusammen, dass er und die Jünger nicht einmal mehr essen konnten. Als seine Angehörigen davon hörten, machten sie sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt zurückzuholen; denn sie sagten: Er ist von Sinnen. Die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sagten: Er ist von Beelzebul besessen; mit Hilfe des Herrschers der Dämonen treibt er die Dämonen aus. Da rief er sie zu sich und belehrte sie in Gleichnissen: Wie kann der Satan den Satan austreiben? Wenn ein Reich in sich gespalten ist, kann es keinen Bestand haben. Wenn eine Familie in sich gespalten ist, kann sie keinen Bestand haben. Und wenn sich der Satan gegen sich selbst erhebt und gespalten ist, kann er keinen Bestand haben, sondern es ist um ihn geschehen. Es kann aber auch keiner in das Haus des Starken eindringen und ihm den Hausrat rauben, wenn er nicht zuerst den Starken fesselt; erst dann kann er sein Haus plündern. Amen, ich sage euch: Alle Vergehen und Lästerungen werden den Menschen vergeben werden, so viel sie auch lästern mögen;
wer aber den Heiligen Geist lästert, der findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern seine Sünde wird ewig an ihm haften. Sie hatten nämlich gesagt: Er hat einen unreinen Geist. Da kamen seine Mutter und seine Brüder; sie blieben draußen stehen und ließen ihn herausrufen. Es saßen viele Leute um ihn herum und man sagte zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und suchen dich. Er erwiderte: Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder? Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsaßen, und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Brüder. Wer den Willen Gottes tut, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.

Gedanken zum Evangelium

Star-Kult hat oft etwas Unheimliches. Da ist jemand berühmt, aber was steckt dahinter? Nur ein Medienhype? Ist dieser Mensch wirklich etwas Besonderes oder ist alles mehr Schein als Sein? Vielleicht stecken ja noch andere, machtvolle Interessen dahinter?
Auch an Jesus scheiden sich die Geister. Viele, fast schon allzu viele suchen seine Nähe und wollen bei ihm sein. Sie vertrauen auf seine heilende Kraft, mit der er immer wieder die Kranken gesund und die Unglücklichen froh gemacht hat. Sie spüren in ihm die heilige und heilende Kraft, den Geist Gottes. Anderen ist das unheimlich.
Beiden Gruppen begegnen wir in der Geschichte, die wir gerade gehört haben. Da sind die Religionsgelehrten aus Jerusalem. Ihnen ist Jesus nicht geheuer. Ja, sie finden es ungeheuerlich, was er tut. Gesund machen, alle mit an den Tisch einladen, Vergebung zusagen – das kann doch, das darf doch kein Mensch! Das ist direkt unheimlich. Denn eigentlich kann das nur Gott. Wenn das ein Mensch tut, dann muss er böse Kräfte und Mächte hinter sich haben, denken sie.
Das Tragische an diesen Experten ist: Sie sehen die Wirkungen, aber sie erkennen nicht, dass darin die Macht Gottes in Jesus sichtbar wird! Können oder wollen sie das nicht sehen? Die Religionsgelehrten aber unterstellen Jesus, dass er mit den bösen Mächten im Bunde ist.
Wer vom guten Geist erfüllt ist, der tut auch Gutes. In seinen Worten und in seinem Verhalten ist der gute Geist spürbar. Das kann niemand, der Böses in sich trägt. Das ist ein Unterscheidungsmerkmal, das so einfach wie entscheidend ist.
Es lässt sich auch heute anwenden: Schaut darauf, was sich verändert durch Jesus! Werden die Menschen froh und gesund, wird es ein bisschen heller um ihn herum, geht es gerechter und friedlicher zu in seiner Nähe? Wenn das so ist, dann erkennt doch, dass der Gottesgeist hier am Werk ist! Jesus ist von diesem guten Geist erfüllt. Das ist doch offensichtlich!
„Wes Geistes Kind“ einer ist, das ist auch heute die Frage. „Was ist das wohl für einer?“ – das fragen sich Kinder, wenn sie einen neuen Lehrer bekommen. Erwachsene stellen sich diese Frage, wenn die Firma eine neue Chefin bekommt. Oder ein neuer Kandidat für ein öffentliches Amt betritt die politische Bühne. Was soll man davon halten? Was gesagt und geschrieben wird, danach kann man ja nicht unbedingt gehen. Woran soll ich erkennen, ob ich dem trauen kann oder nicht? Wie kann ich unterscheiden, was dahinter steckt? Wie gelingt mir die „Unterscheidung der Geister“?
Ganz einfach: Wenn ich auf die Wirkungen schaue. Wie ein Stein, wenn er ins Wasser fällt, so zieht jedes Wort und alles, was jemand tut, seine Kreise. Wer das aufmerksam beobachtet, der kann oft wahrnehmen, was für eine Kraft da wirksam ist. Vielleicht nicht auf den ersten Blick, aber ganz bestimmt auf lange Sicht.
Wo sich Unfriede und Neid breitmachen, wo sich Menschen ängstlich abschotten und nur noch auf ihren Eigennutz schauen, wo Geld regiert und die Gerechtigkeit mit den Füßen getreten wird – da herrscht ganz sicher ein anderer Geist als der Geist Gottes. Da sollte man kritisch sein.
Und andererseits: Wo rücksichtsvoll und freundlich miteinander umgegangen wird, wo sich das Gesicht eines Menschen aufhellt und er spürbar aufatmen kann, wo jeder sich willkommen und angenommen fühlt, da erleben wir Gottes Geist bei der Arbeit.
Das muss nicht immer innerhalb der Kirche sein. Auch bei uns gibt es manchmal Spuren von einem Ungeist, der sich eingeschlichen hat. Und andererseits kann ich manchmal Spuren der guten Gotteskraft entdecken, wo ich gar nicht damit rechne, wenn ich aufmerksam dafür bin und keine Angst davor habe.
Die Religionsexperten damals haben offenbar gar nicht damit gerechnet, in Jesus Gottes Geist zu sehen. Die Familie Jesu – die ihn eigentlich doch am besten hätte kennen sollen – hielt ihn für „von allen guten Geistern verlassen“ und wollte ihn zurück holen. Sie wollten oder konnten die Gotteskraft in seinen guten Taten nicht sehen.
Aber wer Jesus kennt, wer auf Gottes Wort hört und die Ohren und das Herz dafür öffnet – diese Menschen dürfen sich glücklich schätzen: Sie sind die neue Familie um Jesus. Sie gehören zu dieser neuen Gemeinschaft aus Schwestern und Brüdern. Sie sind mittendrin im Kraftfeld des Heiligen Geistes, mittendrin im Reich Gottes!
Das ist eine Einladung – auch an Sie und an mich, jetzt und hier.

(Ursula Silber)

Lied: Wer unterm Schutz des Höchsten steht (GL 423)

Fürbitten

Gott sieht uns so wie wir sind. Da hilft kein Verstecken. Aber im Vertrauen auf ihn und seine Nähe kann sich unsere enge Existenz weiten. Vor ihn lasst uns mit unseren Bitten treten:

Durch die Taufe gehören wir zur Kirche und damit zu Jesu Familie. Schenke uns die Gnade, uns in unserem Handeln daran zu orientieren.

Die freie Meinungsäußerung ist ein hohes Gut unserer Demokratie. Stärke in uns eine Streitkultur, die anderen in Achtung und Bereitschaft zur Versöhnung begegnet.

Familie wird heute oft sehr situationsbezogen definiert, baut aber immer auf ein füreinander Dasein und Sorgen auf. Vergilt allen Männern, die als Väter Hingabe an ihre Familie leben, all das, was dabei unbemerkt und unbedankt zurückbleibt.

Mitten in der alltäglichen Betriebsamkeit vergessen wir oft das Geschenk, das in jedem Augenblick des Lebens steckt. Hilf uns offen, heiter und dankbar die Kostbarkeit des Lebens zu genießen.

Im Vertrauen auf den Heiligen Geist, der uns tröstet und begleitet, empfehlen wir dir die Verstorbenen unserer Familien an und all jene, an die niemand mehr denkt.

Gott, den wir mit Christus unserem Bruder und Herrn Vater nennen dürfen, erhöre diese ausgesprochenen Bitten und alle jene, die wir still im Herzen tragen. Amen.

Einleitung zum Vaterunser

„Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm“
(1 Joh 4,16). Deshalb beten wir:
Vater unser im Himmel …

Schlussgebet

Guter Gott, du lässt uns deine Kinder sein; kommst uns so entgegen, wie wir sind. Du fragst uns nicht, was wir sind und was wir haben, sondern schaust auf das, was wir gerade vermögen und was wir gerade bedürfen. Deine Liebe und Zugewandtheit will uns helfen, unseren Alltag zu bewältigen.
So segne uns der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Lied: Großer Gott, wir loben dich (GL 380)

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Glosse - »Da ist ja noch nichts!«

Frohe Sommerfereien

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