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Herzlich Willkommen auf der Homepage der
Pfarreiengemeinschaft Saalethal!


Liebe Gemeindemitglieder,

Wie in den letzten Jahren gibt es bereits die ersten Anzeichen für das anstehende Weihnachtsfest in den Supermärkten und Einkaufspassagen ab September. Einigen erscheint dies noch viel zu früh. Doch die Vermarktung läuft scheinbar Jahr für Jahr um diese Zeit gut an.
Mich stimmt es nachdenklich, in wie weit der tiefere Sinn des Weihnachtsfestes noch gekannt und erkannt wird - und wie wir dies auch als Christen der konsumorientieren Welt verdeutlichen können. 
Vielleicht braucht es dazu eine Spurensuche, die schon vor dem Advent beginnen kann - bei einem Spaziergang im herbstlichen Wald, bei Gesprächen in der Familie oder im Freundeskreis bei einer Tasse Tee. Der folgende Text bietet dabei sicherlich einige Anregungen:

2019 12

Ein Fest ist wie ein Baum.
Mit seinen Wurzeln dringt er tief ins Erdreich ein,
in dunkle Zonen, die Halt und Nahrung geben.

Ein richtiges Fest kommt von weit her.
Es ist nicht wie ein Maibäumchen ohne Wurzel und Halt
und schon am nächsten Tag verwelkt.
 

Ein richtiges Fest wurzelt in der Tiefe,
in den Anfängen der Geschichte Gottes mit den Menschen.

Ein Fest ist wie ein Baum, der blüht und wächst
von Jahr zu Jahr immer anders,
immer gleich, immer neu für uns heute. 

Es muss ja unser Fest sein,
nicht das von gestern, unser Fest, das uns neu macht!
 

Ein Fest ist wie ein Baum.
Mit seiner Krone badet er im Licht, füllt er den Himmel aus.
 

Ein richtiges Fest holt den Himmel auf die Erde,
greift der Zukunft vor, gibt Mut und neue Liebe zum Leben.

Ein Fest ist wie ein Baum, der eine Himmelsleiter ist,
Mitte der Welt, Fülle des Lebens.                                           

(nach Hubert Halbfas)

Im vergangenen Jahr konnte ich beim “Besinnlichen Advent” der Kolpingsfamilie Garitz den Brauch des geschmückten Christbaums näher beleuchten und verhalf einigen Besuchern zu ganz neuen Erkenntnissen. Schließlich hat die immergrüne Tanne - “die schon immer zu Weihnachten im Wohnzimmer steht” - erst Ende des 19. Jahrhunderts, zunächst in protestantische, dann in katholische Häuser Einzug gehalten hat.
Ein Christbaum gilt als “Baum des Lebens”, weil er den biblischen Paradiesbaum ebenso versinnbildlicht wie das Holz des Kreuzes Christi. Zwei Dimensionen, die uns Menschen darauf verweisen, wie sehr wir die Liebe und den Erlösungswillen Gottes immer wieder aufs neue bedürfen und uns die Verbindung zwischen Himmel und Erde wichtig ist.
Entsprechend versteht sich der vielfältige Schmuck so auch als die von Gott geschenkten ”Früchte des Lebens”. Möglicherweise hängen Sie ja einen Stern daran, weil er an eine “Sternstunde” des Jahres erinnert, wird eine Kerze angesteckt, die einem anderen Menschen als Hoffnungslicht dienen soll oder erinnert eine Schleife bzw. ein Herz an einen lieben Menschen. Wer lieber Nüsse, Süßigkeiten oder Marzipan an den Baum binden, verspürt mit Gottes Wohlwollen reichlich gesegnet zu sein.  

So könnte man noch andere, liebgewordenene Traditionen rund um Weihnachten näher betrachten. Welches Brauchtum, welche Symbole verdeutlicht Ihnen besonders den tieferen Sinn des Festes?
Was will ich daher in diesem Jahr ganz bewusst machen, um den Dank für das von Gott geschenkte Menschsein zu verdeutlichen?
Vielleicht wird es so zu einem Fest, das etwas in und um uns verändert - und damit auch andere Menschen etwas mehr von der Liebe des Himmel auf Erden spüren lässt.

Ich wünsche Ihnen für die kommende Zeit viele anregende Gespräche, kreative Ideen und mutige Schritte zur Umsetzung. Mögen Sie ein erfüllendes und friedliches Fest der Menschwerdung feiern!

                                                                                              Barbara Voll, Gemeindereferentin

 

 

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