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Gottesdienst zuhause am 14. Juni 2020 – 11. Sonntag im Jahreskreis

Kennen Sie Hildegard Burjan? 

Gedanken von Gemeindereferentin Regina Bühner

 

Vorbereitung:
Ruhigen Platz suchen,
(Oster-)Kerze/Feuerzeug und Gotteslob zurechtlegen;
evtl. eigene Bibel

Beginn des Gottesdienstes

Wenn wir mit anderen feiern, nehmen wir uns gegenseitig wahr und begrüßen uns.
Kreuzzeichen
„Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen“

Entzünden der Kerze:
Jeder Sonntag ist ein Ostertag. Das Licht der Kerze ist ein Zeichen für die Auferstehung. Es zeigt uns, dass Jesus Christus das Dunkel der Nacht überwunden hat und auch die Dunkelheit in unserem Leben erleuchten will.

Im Licht der brennenden Kerze werde ich still.
Ich denke an die vergangene Woche:
Arbeit - Schule - Freizeit - Überraschungen – Glücksmomente – unverhoffte Begegnungen Leben mit Einschränkungen und Abstand
Mein Leben – so wie es gerade ist – so wie ich gerade bin Ich halte es Gott hin.

Gebet:
Liebender Gott
Du kennst mich und meine Gedanken durch und durch Nimm alles von mir, was mich daran hindert, jetzt bei dir zu sein.
Erfülle mich mit dem Heiligen Geist, damit ich dein Wort verstehen kann.
Erleuchte mein Herz ganz und gar.
Darum bitte ich durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn.
AMEN

Lied:
Du bist das Licht der Welt - GL 818,
alternativ: Morgenstern der finstern Nacht, GL 372, 1-3

Evangelium vom Tag – Matthäus 9,36-10,8
In jener Zeit, als er die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben.
Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden! Dann rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen.
Die Namen der zwölf Apostel sind: an erster Stelle Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas, dann Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes, Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Thaddäus, Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn ausgeliefert hat.
Diese Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Geht nicht den Weg zu den Heiden und betretet keine Stadt der Samaríter, sondern geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel!
Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe!
Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus!
Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.

Lied:
Sing mit mir ein Halleluja – GL 805 – 1 + 2 + 5

Impuls:
Liebe Schwestern und Brüder im Glauben!
Kennen Sie Hildegard Burjan? Wenn nicht, seien Sie unbesorgt, mir ging es ebenso. Ich möchte deshalb diesen Impuls nutzen, etwas von ihr zu erzählen.
Sie wurde in einer jüdisch-liberalen Familie 1883 in Görlitz geboren. Als eine der wenigen Frauen zur damaligen Zeit studierte sie Literatur, Philosophie und Sozialwissenschaften. Nach Genesung einer schweren Krankheit konvertierte sie zum katholischen Glauben. Ihr neu geschenktes Leben wollte sie jetzt ganz für Gott und die Menschen einsetzen.
Das Elend und die Not unter den Arbeiterfamilien am Beginn des 20. Jahrhunderts veranlasste sie zu ihren ersten sozialen Tätigkeiten und zum politischem Engagement. In Wien setzte sie sich vor allem gegen Kinderarbeit und für die Rechte der Frauen ein. So ist es auch nicht verwunderlich, dass ihr Gedenktag, der 12. Juni, gleichzeitig der „Welttag der Kinderarbeit“ ist.
Ein Zitat von ihr lautet: „Volles Interesse für die Politik gehört zum praktischen Christentum.“ Und Kardinal Schönborn sagte im Wiener Stephansdom 2012 bei ihrer Seligsprechung: „Mit einem offenen Herzen für die Nöte der Zeit hat sie sich für die Rechte der Unterprivilegierten und gegen jede soziale Ausgrenzung von Randgruppen durch die Gesellschaft eingesetzt.“
Mich beeindruckt dieses Beispiel. Und es zeigt, dass es zu allen Zeiten Menschen gab, die nicht einfach zu- oder wegschauen, wo Unrecht geschieht, sondern ihre Stimme erheben und sich einsetzen für die Würde jedes Menschen, auch und besonders für die Benachteiligten und für die Kinder.
So wie in der vergangenen Woche tausende Menschen in der ganzen Welt auf die Straße gingen und demonstriert haben gegen Rassismus und blinde Polizeigewalt.
Mit ihrem Engagement leben sie vielleicht mehr in der apostolischen Nachfolge der zwölf Jünger als so mancher Bischof oder Kardinal.
Dass es auch Jüngerinnen unter den ersten Erntehelfern gab, ist wohl selbstverständlich, wenn man Jesus kennt, aber es könnten an dieser Stelle – ergänzend zum heutigen Evangelium - ruhig einige Namen der Frauen einmal erwähnt werden wie z.B. Junia, Lydia, Priszilla, Hanna, Susanna, Phöbe oder Tabita. Sie gehörten zu den ersten Verkünderinnen des Reiches Gottes, sie wurde weitergetragen durch alle Jahrhunderte hindurch von mutigen Männern und Frauen … wie eben die selige Hildegard Burjans, eine Glaubensbotin und Erntehelferin des 20. Jahrhunderts, Gedenktag: 12. Juni.

Lied:
Lasst uns loben, freudig loben - GL 489

Gebet um die Kraft des Geistes für unsere eigene Berufung

Ruach, Gotteskraft
wachse durch mein Leben
zu den Menschen hin
ich will nichts behalten
du bist Ziel und Sinn

Ruach, Mutterlicht
leuchte durch mein Handeln
zu den Menschen hin i
ch will dich bezeugen
du bist Ziel und Sinn

Ruach, Weisheitsbrot
schenke durch mein Wirken
armen Menschen Sinn
spende Heil und Freude
du bist uns Gewinn

Ruach, Jesu Trost
lenke unsere Wege
zu den Menschen hin
wie er uns verheißen
du bist Ziel und Sinn

Fürbitten
Christus hat uns in seine Kirche berufen. Er selbst tat dabei den ersten Schritt. Wir sind aufgerufen, uns immer wieder neu für ihn und sein Angebot an uns zu entscheiden.

Durch ihn lasst uns den Vater bitten:

Für eine Kirche auf der Suche nach Wegen, den du ihren Gliedern durch ihre Berufungen und Begabungen weist.

Für eine Welt auf der Suche nach einem gleichwertigen Miteinander der Rassen, Religionen und Kulturen.

Für eine Gesellschaft auf der Suche nach einem Weg aus den Nöten der Pandemie, der Flüchtlingsströme und des Klimawandels.

Für alle Männer und Frauen auf der Suche nach einem gemeinsamen Weg auf Augenhöhe in den Familien, im geschäftlichen Umfeld und in der Kirche.

Für alle Menschen, die sich bis in ihren Tod hinein von deiner Liebe und Treue getragen wussten.

Vater!
Deine Zuwendung und Nähe können wir und brauchen wir uns nicht erarbeiten.
Denn du bist es, der uns nahe sein will.
Dafür danken wir dir jetzt und allezeit. -
Amen.

In Stille bringen wir vor Gott, was wir auf dem Herzen haben.

Im Vaterunser verbinden wir uns mit allen ChristInnen und Christen auf der ganzen Welt:
Vater unser im Himmel …

Segen

Nährende, erhaltende Kraft, Gott,
du bist unsere Quelle.
Begleite uns jeden Tag neu zur Quelle
und trage uns, wenn uns unterwegs die Kraft verlässt.

Verbindende Hoffnung, Christus,
sei uns nahe in unseren Ängsten und Fragen,
stifte uns an zum solidarischen Aufbruch
mit Kindern und Jugendlichen,
damit deine segnende Kraft spürbar wird.

Befreiender Atem der Hoffnung, Schwester Geist,
durchbrich unsere Vereinsamung
und stärke unsere Phantasie,
bewege uns, das Gute in uns selber
und in den anderen zu entdecken.
Sprich uns das Gute zu und segne uns.

AMEN

Kreuzzeichen –
„Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Amen“

Lied:
Möge die Straße uns zusammenführen – GL 833

 

>Gottesdienst als PDF: 

Gemeindereferentin Regina Bühner

Gemeindeassistentin Regina Bühner

 

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Glosse

 „Namen sind Schall und Rauch!“

 

„Jetzt reicht's!“
Innerhalb kürzester Zeit war ich:
- der Herr Kriener
- der Herr Greiner
- der Gerhard…
- gerade eben Herr Greyer

und das noch Lustigste: Ein Kommunionkind aus Herz Jesu/Bad Kissingen kam nach dem Erstkommuniongottesdienst zu mir mit dem geschenkten Kreuz der Gemeinde: Daran war ein kleiner Gruß u.a. von mir mit meinem Namen: Gerd Greier! Und er schaute mich fragend an und sagte: „Ich dachte Du heißt HERR und jetzt steht da GERD?!“

Und als ich einer Kollegin mein Leid klagte, bekam ich auch noch zur Antwort: „Namen sind Schall und Rauch!“ Na Danke!

  

Ich hoffe doch Gott kennt mich bei MEINEM NAMEN!

Namensschild


Und na ja, das mit „Gerd“ hat mir noch nie so richtig gefallen; war halt ein Modename in den 70ern; und mein Vater hieß Gerhard; und ich dann halt Gerd. Früher habe ich als Kind immer dann als persönlichen Ausgleich meinen zweiten Vornamen dazugesagt; den verrate ich aber nicht - ich bin schon froh wenn ich mit meinen beiden Namen richtig angesprochen werde: Gerd Greier!

Vielleicht hätte ich doch in ein Kloster eintreten sollen? Da hätte ich mir einen anderen Namen wählen können, zumindest den Vornamen!

Gerd Greier, Pfarrer

 

Impuls

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