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Hausgottesdienst zum Dreifaltigkeitssonntag

"Seht, wie groß die LIEBE ist, die der Vater uns geschenkt hat"

Gedanken von Pfarrvikar Michael Schmitt

 

Hausgottesdienst für daheim in Zeiten der Corona-Pandemie

Dreifaltigkeitssonntag – 07. Juni 2020

Da nur eine begrenzte Anzahl an Menschen in die Kirche kommen dürfen oder noch kein Gottesdienst stattfindet gibt es von uns jeden Sonntag ein Hausgottesdienst für SIE.

Zur Einstimmung:
Gl 786, 1+2 Kommt, lasst uns unseren Gott und Herren

Kreuzzeichen:            

Im Namen des + Vaters und des + Sohnes und des + Heiligen Geistes.
Amen.

Gebet:

Herr, himmlischer Vater, du hast dein Wort und deinen Geist in die Welt gesandt, um das Geheimnis des göttlichen Lebens zu offenbaren.
Gib, dass wir im wahren Glauben die Größe der göttlichen Dreifaltigkeit bekennen und die Einheit der drei Personen in ihrem machtvollen Wirken verehren.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir lebt im Heiligen Geist lebt und liebt in Ewigkeit.
Amen.

Lesung aus dem Buch Exodus. (34, 4 f.)

In jenen Tagen stand Mose früh am Morgen auf und ging auf den Sínai hinauf, wie es ihm der Herr aufgetragen hatte. Der Herr aber stieg in der Wolke herab und stellte sich dort neben ihn hin. Er rief den Namen des Herrn aus. Der Herr ging vor seinem Angesicht vorüber und rief: Der Herr ist der Herr, ein barmherziger und gnädiger Gott, langmütig und reich an Huld und Treue: Sofort verneigte sich Mose bis zur Erde und warf sich zu Boden. Er sagte: Wenn ich Gnade in deinen Augen gefunden habe, mein Herr, dann ziehe doch, mein Herr, in unserer Mitte! Weil es ein hartnäckiges Volk ist, musst du uns unsere Schuld und Sünde vergeben und uns dein Eigentum sein lassen!

Lied:
Gl 786, 3+4 Zu uns herab ist Gottes Sohn gekommen, … 

Evangelium: Joh 3, 16  - 18

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes

Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des einzigen Sohnes Gottes geglaubt hat.

Predigt:

Liebe Schwestern und Brüder,...

„Der Mensch wird am DU zum ICH“, sagte der jüdische Religionsphilosoph Martin Buber. In antiker und damit auch biblischer Zeit war deutlich zu spüren, dass Menschen immer aufeinander angewiesen sind. Heute können wir viele Angelegenheiten individuell und gegebenenfalls alleine regeln, in unserem Inneren aber hört die Sehnsucht nach Beziehung wohl niemals auf. Vielleicht gibt es deshalb soviele Kontakt bei Whatsapp, Facebook, Instagramm, Twitter ... Wie ein Säugling nicht nur der Nahrung sondern ebenso der menschlichen Nähe bedarf, so bleiben wir, liebe Schwestern und Brüder, ... unser Leben lang auf Annahme und Liebe durch unsere Mitmenschen angwiesen. Keiner lebt sich allein. Dieses zentrale Ausgerichtet sein auf Andere zeigt sich freilich auch in unserer Rede von Gott. Wir können uns Gott gar nicht anders vorstellen, als dass auch er in und aus Beziehung lebt, in vollkommenen Beziehungen, nach denen wir uns nur sehnen können. GOTT IST LIEBE, heißt es im ersten Johannsbrief.

Gewöhnlich betonen wir in diesem Satz das Wort „Liebe“. Dietrich Bonhöffer aber war überzeugt, GOTT muss in diesem Satz betont werden. GOTT ist Liebe. Im Verhalten Gottes erkennen wir, was Liebe ist: Liebe, jenseits aller Entzweiung; Liebe, die Raum zum Atmen gibt und lässt.

Biblische Texte sprechen in vielerlei Weise von Gott als einem, der in Beziehung lebt oder in sich Beziehung ist. Deshalb auch der Dreifaltigkeitssonntag, GOTT VATER, SOHN, HL. GEIST. Die Rede vom Geist Gott, von seiner Wirkkraft, ist eine solche Möglichkeit, zu zeigen, wie GOTT wirkt. Vor allem anderen bewegt sich Gottes Geist über den Urwassern, heißt es im ersten Buch der Bibel.     
Dieser Gottesgeist ist die treibende Kraft alle Hervorbringens und Schaffens.      
Es ist eine weibliche Kraft, wie uns das hebräische feminine Wort ruach lehrt. Sie wirkt wie eine Triebfeder, können wir heute sagen, und sie schenkt Weite. Mitten in engen, bedrängten Situationen eröffnet Gottes Geist neue Denk- und Handlungsmöglichkeiten. Aus der Bedrängnis rief ich zum HERRN, der HERR antwortet und schuf mir Weite. Im Hebräischen hat das Wort Geist, ruach, mit der Weite, rachab, zu tun. Wenn wir um Gottes Geist bitten, rufen wir um seine schöpferische Kraft, die auch dort noch menschenfreundliche Wege sieht, wo Angst unseren Weitblick verstellt.                                                                            
Eine andere Redeweise von Gott ist die von der Weisheit. Auch die Weisheit sagt von sich, dass sie von Anfang an dabei war, also schon vor der Erschaffung der Welt. Am Anfang war sie als geliebtes Kind bei Gott. Sie wurde geschaffen als Anfang seines Weges, vor seinen Werken in der Urzeit, und auch sie zeigt eine weibliche Seite Gottes, das hebräische Wort hochma ist wie ruach feminin.       
Sie, die Weisheit, war dabei, als alles geschaffen wurde. Solcher Redeweisen bedient sich später der Anfang des Johannesevangeliums, das von Jesus als wirkmächtigem Wort, griechisch logos, spricht. Wie die Weisheit war dieses Wort im Anfang bei Gott und war mit ihm schöpferisch tätig.                                       
Diese Formulierungen unterschiedlicher Erscheinungsweisen Gottes haben letzlich alle das Ziel, unsere eigene Beziehungsfähigkeit zu stärken. Die Weisheit spricht davon, dass sie auf dem Weg der Gerechtigkeit, mitten auf den Pfaden des Rechts geht. Sie, liebe Schwestern und Brüder,... wirbt bei den Menschen dafür, auf sie zu hören und es ihr gleich zu tun. Schon mit Blick auf den Anfang sagt sie, sie spielte auf dem Erdenrund und ihre Freude war es, bei den Menschen zu sein (vgl. Spr. 8,31).
Ebenso treibt Gottes Geist Menschen an, auf dem rechten Weg zu gehen. Besonders augenscheinlich ist dies in der Apostelgeschichte, in der jede Ansprache und jeder Weg zu den Menschen als ein Bewegt-Sein durch den Geist beschrieben wird, was wir ja an Pfingsten gefeiert haben.
Im Johannesprolog wiederum folgt die Konkretisierung gleich am Anfang. Im Wort war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.       
Auch darin zeigt sich die Lebensmöglickeiten, die Gottes Weisheit und Geistes-kraft trotz der tiefdunklen und traurigen Seiten menschenlichen Zusammen-lebens im Großen wie im Kleinen bereit halten. Der Preis dafür mag ungemein hoch sein.
Johannes sagt seiner Gemeinde, dass Gott seinen einzigen Sohn hingab, um die Welt zu retten. Das aber geschieht, damit sich Licht und Leben durchsetzen. Die lichtvollen Taten der Glaubenden in der Gemeinde tragen zur ständig von neuem erhofften Rettung der Welt bei.
Neben diesen Texten, die Gottes Wirken als Geist und als Weisheit beschreiben, gibt es freilich unzählige Schriftstellen, die von den niemals endenden Begegnungen Gottes mit Menschen reden. In der altestamentlichen Lesung haben wir von einer solchen Begegnung gehört. Mose ging auf den Berg Sinai hinauf und der Herr ... stieg in der Wolke herab und stellt sich dort neben hin. Dann ging Gott vor dem Angesicht des Mose vorüber. Er ließ sich sehen, war im Blickkontakt mit Mose, schenkt ihm somit Zuwendung und sagt ihm zu: „Der HERR ist der HERR, ein barmherziger und gnädiger Gott, langmütig und reich an Huld und Treue“ (Ex 34,6) Das ist ein Satz, der innerhalb der Bibel unzählige Mal wiederholt und bis heute rezitiert, also wiederholt und gebetet wird. Gott ist so unbeschreiblich, dass wir wohl immer am besten mehrere Begriffe verwenden, um seine Weite ein wenig spürbar zu machen. Gottes Volk ist immer wieder untreu geworden, er selbst aber kann nicht anders, als sich seiner geliebten Menschen zu erbarmen. Auch wenn er noch so zornig sein könnte über die Ungerechtigkeit unter seinen Geschöpfen, immer wieder entscheidet sich sein Herz gegen den glühenden Zorn, es entbrennt sein Mitleid. Das ist die Hoffnung der Menschen aller Zeiten, dass wenigstens Gott über ihre Fehler hinwegsieht und sie bedingungslos liebt. Liebe Schwestern und Brüder,... anschließend an so viel dargestellte Beziehungsfähigkeit Gottes in der Bibel versucht auch die frühe Kirche diese mit ihren Dogmen, also Glaubenslehrsätzen, zu verdeutlichen.
Im großen Glaubens-bekenntnis bekennen wir uns zum Glauben an den einen Gott und an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, aus dem Vater geboren vor aller Zeit: Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesen mit dem Vater, durch den alles geschaffen ist. Auch das ist weisheitliche Sprache, und es ist der Versuch, Unsagbares ins Wort zu bringen. Vom für sich allein seienden Gott zu sprechen, würde allen Erfahrungen dessen, der bei den Menschen ist und mit ihnen unterwegs ist, widersprechen. Darum liegt der Gedanke der Inkarnation, der Menschwerdung Gottes, so nahe. Darum ist auch der Heilige Geist, der Herr ist und lebendig macht derjenige, der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht und der ganz konkret gesprochen hat durch die Propheten, und die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche. Mit der Doxologie „Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist sprechen wir von der ansteckenden Beziehungsfähigkeit Gottes. Zugleich aber gilt unser Credo ich glaube an den einen Gott. Das zu zeigen ist heute wichtiger denn je. Nur wenn wir unseren Glauben an den einen Gott bekennen, können wir mit jüdischen und muslimischen Gläubigen in Dialog treten.
Wir Christen glauben an den einen Gott, ganz GOTT auch im Menschensohn Jesus und in der Kraft seines Geistes. Wer auf engsten Raum mit Angehörigen des Judentums und des Islams lebt, kann nicht genug betonen, dass auch unser Glaube dem einen Gott gilt. Auf dem Zion in Jerusalem beten die Benediktiner der Dormitio-Abtei deshalb folgendermaßen: „Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, den EINEN GOTT, von Ewigkeit zu Ewigkeit.
AMEN.“

 

Credo -
Lied: Gl 354 Gott ist dreifaltig einer, … 

 

Fürbitten:

Gott ist Schöpfer, Erlöser und Erhalter. Er schenkt Leben und Fülle. Ihm

vertrauen wir unsere Anliegen an und bitten:

✧ Für alle, die auf der Suche nach Leben und Fülle sind, dass sie dich lebendig

erfahren und sich nicht im Rausch des Augenblicks verlieren.

Du Gott für uns: Wir bitten dich, erhöre uns.

✧ Für alle, die sich für Frieden und Versöhnung einsetzen, dass sie Wege finden, Menschen und Völker zueinander zu führen.

✧ Für alle, die sich nach Liebe sehnen, dass sie selbst diese Liebe in ihrem Leben geben.

✧ Für alle, die Verkünder des Glaubens und die Lehrer der Theologie, dass sie nicht müde werden, mit Begeisterung vom Geheimnis des Glaubens

zu sprechen.

✧ Für alle, die um einen lieben Menschen trauern, dass sie Trost erfahren, und für die Verstorbenen um die Fülle deiner Gegenwart.

Wir danken dir, dass du uns nahe bist und für deine Liebe nur unsere dankerfüllte Liebe erwartest, heute und bis in Ewigkeit.

Vater Unser:

Gottes Liebe und Barmherzigkeit ist uns in Jesus Christus offenbart worden. Im Vertrauen darauf beten wir mit den Worten Jesu zu Gott als unserem Vater:

Vater unser im Himmel…

 

Lied:
Gl 788, 1+2 Sei gelobt und hochgepriesen, Heiligste Dreifaltigkeit ...

 

Segen:

Gott, unser Vater, segne euch mit allem Segen des Himmels, damit ihr rein und heiligt lebt vor seinem Angesicht. Er schenke uns jene geschwisterliche Liebe, an der die Welt die Jüngerinnen und Jünger Christi erkennen soll.

Das gewähre euch / uns der dreieinige Gott,

der Vater + und der Sohn + und der + Heilig Geist.
Amen

ZUM AUSKLANG:

Gl 788, 4+7 Sei gelobt und hochgepriesen, Heiligste Dreifaltigkeit …

Bleibt gesund, behütete und gesegnet.

 

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Glosse

 „Namen sind Schall und Rauch!“

 

„Jetzt reicht's!“
Innerhalb kürzester Zeit war ich:
- der Herr Kriener
- der Herr Greiner
- der Gerhard…
- gerade eben Herr Greyer

und das noch Lustigste: Ein Kommunionkind aus Herz Jesu/Bad Kissingen kam nach dem Erstkommuniongottesdienst zu mir mit dem geschenkten Kreuz der Gemeinde: Daran war ein kleiner Gruß u.a. von mir mit meinem Namen: Gerd Greier! Und er schaute mich fragend an und sagte: „Ich dachte Du heißt HERR und jetzt steht da GERD?!“

Und als ich einer Kollegin mein Leid klagte, bekam ich auch noch zur Antwort: „Namen sind Schall und Rauch!“ Na Danke!

  

Ich hoffe doch Gott kennt mich bei MEINEM NAMEN!

Namensschild


Und na ja, das mit „Gerd“ hat mir noch nie so richtig gefallen; war halt ein Modename in den 70ern; und mein Vater hieß Gerhard; und ich dann halt Gerd. Früher habe ich als Kind immer dann als persönlichen Ausgleich meinen zweiten Vornamen dazugesagt; den verrate ich aber nicht - ich bin schon froh wenn ich mit meinen beiden Namen richtig angesprochen werde: Gerd Greier!

Vielleicht hätte ich doch in ein Kloster eintreten sollen? Da hätte ich mir einen anderen Namen wählen können, zumindest den Vornamen!

Gerd Greier, Pfarrer

 

Impuls

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