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Pfarrer GreierWort zum Sonntag, 16.05.2021

von Pfarrer Gerd Greier, Pastoraler Raum Bad Kissingen

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„Darauf freuen wir uns!“ - ganz verschiedene Menschen erzählten der Zeitung, was sie kaum erwarten können.

Und mein erster Gedanke war: „Ist es schon soweit?“ Ich ändere meinen Gruß am Ende einer Mail, auf dem Anrufbeanworter oder auch so aber besser noch nicht: „Seid behütet und auf der Hut!“ - im Sinne von vertrauensvoll umsichtig, vorsichtig, rücksichtsvoll zu sein; und hoffe natürlich mit allen auf Licht am Ende des Tunnels und dann, aber dann, ja dann? „Worauf freue ich mich?“

Wie ist das überhaupt mit der Freude und mir? Sehe ich eher das Glas halbvoll oder halbleer? Das Lachen kann einem im Leben echt vergehen, nicht erst seit der Pandemie und auch in diesen Tagen: Sorgen, Probleme, Ärger, Leid, körperliche und seelische Schmerzen gibt es genug; aber mich dann über gar nichts mehr freuen können; nur noch schwarz zu sehen; nur noch zu jammern, zu schimpfen, zu klagen - das tut mir und den Menschen um mich herum nicht gut und wird auch der Realität nicht gerecht. Ich bin froh um Freunde, die mich da einbremsen, wenn ich ins Jammern verfalle. Wie heißt es in einem Lied? „Für die kleinsten Freundlichkeiten lass mich dankbar sein.“

Wir machen uns das Leben oft auch schwer durch vorschnelle Beurteilungen, wie z.Bsp. beim Regen vom „schlechten Wetter“ zu reden. Wenn es regnet, dann regnet es halt, ob ich mich aufrege oder nicht; und gerade in unserer Gegend ist Regen ein Segen.

Und wie ist das mit „mich mit anderen Freuen“? Schadenfreude geht einfacher oder dem anderen nichts und schon gar nichts was Gutes gönnen. Mich mit anderen von Herzen mitfreuen können zeigt für mich wahre Größe und setzt natürlich voraus, dass ich selber einigermaßen zufrieden bin. „Geteiltes Leid ist halbes Leid und geteilte Freude ist doppelte Freude.“ Und was (noch) nicht geht, kann ich ja lernen und einüben.

Und wie ist das bei mir als Christ mit der Freude? Ich darf ja an das Evangelium glauben, der „Frohen Botschaft!“ Papst Franziskus hat schon 2013 Mal beklagt, dass Christen oft zu griesgrämig aufträten. Solche Gläubige zögen manchmal eher ein Gesicht wie „eine in Essig eingelegte Peperoni“. D.h. nicht, dass ich als Christ ständig lachen und freundlich sein soll; das geht ja gar nicht und manchmal muss ich mich einfach ärgern und Tränen gehören auch dazu (auch Jesus hat geweint und war betroffen-traurig und manchmal auch verärgert-enttäuscht). Und gerade in solchen Situationen zu vertrauen: Ich bin nicht allein; meine Sorgen auf Gott zu werfen; Jesus zu hören: „Ich bin da!“ und den Heiligen Geist in mir zu spüren mit seinem Trost und guten Rat.

„Darauf freuen wir uns!“ Ich will diese Zeit der Vorfreude auch nutzen, um mir klar zu werden, was ich nicht mehr will, was ich nicht vermisst habe, denn Gott bewahre uns davor, dass alles wieder so wird, wie es vor Corona war, denn da war nicht alles gut und Corona deckt ja Vieles auf und kann uns Manches lehren. Wie die Freunde Jesu nach seiner Himmelfahrt nicht einfach kopflos hyperaktiv irgendwas machen und nicht einfach so weitermachen, sondern mit der Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit das tun oder sein lassen, um die Frohe Botschaft allen Menschen und der ganzen Schöpfung zu verkünden.

„Seid behütet und auf der Hut!“

Pfarrer Gerd Greier, Pastoraler Raum Bad Kissingen

Aktuelles

Gottesdienstordnung

Gemeinsame Gottesdienstordnung des Pastoralen Raumes Bad Kissingen ...

Einladung zum kontemplativen Gebet in Bad Kissingen

Einladung zum kontemplativen Gebet in Bad Kissingen – jeweils Sonntag von 19:00 bis 20.30 Uhr ...

Glosse

Glosse

 „Das passt gar nicht….!

Sonntagmorgen in Nüdlingen - nach dem schlichten, einfachen und feierlichen Gottesdienst mit der Feier der Erstkommunion von vier Mädchen und zwei Jungs (die anderen feiern dann im Juni) stehen wir noch etwas zusammen (natürlich mit Abstand und Maske) und da erzählt mir eine Mutter, dass ihr Kind vor kurzem gesagt hätte, dass ich als Pfarrer echt nett wäre …, aber was er nicht versteht, dass ich die Kirche so eingerichtet habe - dass passt gar nicht zu mir! 

2021 05 heiliger Sebastian NüdlingenIch musste herzhaft schmunzeln und lachen und könnte alles aufklären: Die Kirche hat jemand anderes so eingerichtet - und es stimmt: manches passt nicht so zu mir! Und mir ist auch wieder neu bewusst geworden, wie manche Bilder und Figuren nicht nur auf Kinder wirken (da stecken Pfeile in Menschen; anderen werden gerade enthauptet; manche schauen sehr ernst, fast böse…).

Gut, dass wir Christen da anders sind, anders schauen und ganz anders miteinander umgehen:

An uns hat Papst Franziskus sicher nicht gedacht, als er mal beklagt hat, dass Christen oft zu griesgrämig und wenig freudig aufträten. Solche Gläubigen zögen manchmal eher ein Gesicht wie «eine in Essig eingelegte Peperoni»,

Gut dass es auch heute glaubwürdige Zeugen der Frohen Botschaft gibt. Ihr seid ein Segen:

Gerd Greier,  Pfarrer im Pastoralen Raum

Impuls

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