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Wort zum Sonntag

Von Ehe- und Familienseelsorger Bernd Keller

Zurück zum Anfang

Warten Sie auch auf „bessere Zeiten“? Oder auf die „guten alten Zeiten“? Die Zeit vor dieser Zeit? Das Leben vor diesem Leben? Wir alle, und das gilt sogar weltweit, haben eine große Sehnsucht danach, dass wir wieder keine Angst mehr haben müssen vor einem unsichtbaren Virus. Auch Angst vor vielen anderen Krankheiten und Gefahren des Lebens sind Teil unseres Da-Seins. Wir haben Angst an Krebs zu erkranken bzw. vielen anderen Krankheiten, Angst vor dem Verlust unserer Arbeitsstelle, vor dem persönlichen Versagen, Angst um den Verlust eines lieben Menschen, dass die Eltern sterben werden und vieles mehr.

Schließlich sagt aber doch auch der Volksmund, dass Angst kein guter Ratgeber oder besser Ratgeberin sei. Das stimmt! Wenn wir uns die Entwicklungen seit Monaten so ansehen, dann ist leider Gottes auch „die Angst“ eine Treiberin unserer Zeit geworden. Empfinden Sie das auch so? Spüren Sie in sich hinein … Keine Angst, Glaube nur – so hat mir einmal ein Theologe zugerufen!

Nun beginnt die Karwoche mit dem Palmsonntag, und wir dürfen uns erinnern – das hilft ja wenn mal nicht alles so geht wie in „alten Zeiten“:

Da kam ein Mensch auf einem Esel in eine Stadt und viele Menschen jubelten ihm zu (aktuell unvorstellbar) weil sie dachten er würde sein Königreich „jetzt und hier“ aufbauen, ein Königreich ganz in ihrem Sinn. Doch ist das sinnvoll, ein Königreich wie wir es uns vorstellen? Wo wir Menschen doch immer wieder so voller Angst sind?

Jesus hatte auch Angst, im Garten Getsemani, als er Gott, den mütterlichen Vater darum bat: „Abba, Vater, alles ist dir möglich. Nimm diesen Kelch von mir! Aber nicht, was ich will, sondern was du willst, soll geschehen.“ (Markusevangelium 14.Kapitel)

Da ist er, der „qualitative switch“, der Mehrwert, der inspirierende Perspektivenwechsel der das Leben entlastet, reicher macht und auch befreit von Angst vor dem Verlust des Lebens. Jesus ist ganz Mensch und gleichzeitig ganz Kind Gottes, der Sohn Gottes selbst. Weil Jesus sich seiner Angst stellt wird er frei, nicht weil er es machen könnte, sondern weil er von sich absieht und die „Schau Gottes“ in sich trägt – er lebt, nein er ist die „Visio dei“ die „Schauung Gottes“ die Vision aus der jede und jeder Christgläubige lebt. Jesus weiß sein Leben in Gottes Hand. Das bringt eine neue Qualität des Lebens und macht resilienter, d.h. widerstandfähiger trotz widriger Umstände aus der Verankerung in Gott. Nicht nur von sich her zu denken und zu leben, sondern vom Schöpfer aller Menschen her zu sein. Auch trotz und mit Ängsten gelebt und geliebt!

Jesus wird, nachdem er seine Angst überwunden hat, durch das Vertrauen in Gott selbst den Leidensweg gehen und sterben. Unschuldig und voller Liebe. Liebe tritt an die Stelle von Angst. Hoffnung und Glaube setzt sich durch in den kommenden Kar- und Ostertagen. Und mit der Begegnung Jesu mit seinen Jüngerinnen und Jünger damals und auch heute beginnt alles neu. Werden Sie doch ruhig und still um Gottes Gegenwart zu spüren.

Zurück auf Anfang bedeutet somit, wer den Weg Jesu mitgeht in (Jesu) Leben, Sterben und Auferstehen – dieser Mensch wird frei - auch von Angst!

Erlöst zu einem Leben mit gutem Geist und auf der Suche nach Frieden … ach ja und bemerkenswert ist schließlich noch, dass der Friedensfürst Jesus als Erlöser von Angst und Furcht auf einem Esel kommt nicht „hoch zu Roß“. So könnte ein Gebet lauten:

Lass`mich sein wie ein Esel, der dich trägt und sichtbar werden lässt in und für die Welt … wie ein Esel der schlicht am Rande der Weihnachtskrippe (in 9 Monaten) steht und das Wunder des Lebens betrachtet, anschaut und sich freut.

Zurück auf Anfang. Das Leben beginnt mit dem Leben- auch gegen jede Angst.

Frohe Kar- und Ostertage.

Bernd Keller, Ehe- und Familienseelsorger im Landkreis Bad Kissingen

 

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Glosse

Glosse

 „Das passt gar nicht….!

Sonntagmorgen in Nüdlingen - nach dem schlichten, einfachen und feierlichen Gottesdienst mit der Feier der Erstkommunion von vier Mädchen und zwei Jungs (die anderen feiern dann im Juni) stehen wir noch etwas zusammen (natürlich mit Abstand und Maske) und da erzählt mir eine Mutter, dass ihr Kind vor kurzem gesagt hätte, dass ich als Pfarrer echt nett wäre …, aber was er nicht versteht, dass ich die Kirche so eingerichtet habe - dass passt gar nicht zu mir! 

2021 05 heiliger Sebastian NüdlingenIch musste herzhaft schmunzeln und lachen und könnte alles aufklären: Die Kirche hat jemand anderes so eingerichtet - und es stimmt: manches passt nicht so zu mir! Und mir ist auch wieder neu bewusst geworden, wie manche Bilder und Figuren nicht nur auf Kinder wirken (da stecken Pfeile in Menschen; anderen werden gerade enthauptet; manche schauen sehr ernst, fast böse…).

Gut, dass wir Christen da anders sind, anders schauen und ganz anders miteinander umgehen:

An uns hat Papst Franziskus sicher nicht gedacht, als er mal beklagt hat, dass Christen oft zu griesgrämig und wenig freudig aufträten. Solche Gläubigen zögen manchmal eher ein Gesicht wie «eine in Essig eingelegte Peperoni»,

Gut dass es auch heute glaubwürdige Zeugen der Frohen Botschaft gibt. Ihr seid ein Segen:

Gerd Greier,  Pfarrer im Pastoralen Raum

Impuls

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