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Hausgottesdienst -
17. Sonntag im Jahreskreis (B), 25.07.2021

 

Lied: Singt dem Herrn ein neues Lied (Gotteslob 409, 1-4)

 

Einleitung

Heute hören wir im Evangelium von vielen Menschen, die satt werden, weil unter ihren Händen die begrenzten Vorräte wachsen. Wir hören staunend, wie sogar noch Reste eingesammelt werden. Im Psalm 68 heißt es: Gott ist hier, an heiliger Stätte. Gott versammelt sein Volk in seinem Haus, er schenkt ihm Stärke und Kraft. In diesem Gottesdienst wollen wir uns anstecken lassen zur Mitfreude - und zum Teilen.

 

Kyrie-Ruf

Herr Jesus Christus,
du hast unser menschliches Leben geteilt.
Herr, erbarme dich unser.

 

Herr Jesus Christus,
du hast uns die Liebe Gottes mitgeteilt.
Christus erbarme dich unser.

 

Herr Jesus Christus,
du verteilst dich als Brot des Lebens an uns.
Herr erbarme dich unser.

 

Gebet

Gott, du hast viel dafür gegeben, dass Menschen deinem Reich trauen und es in ihre Welt lassen. Wir danken dir und bitten dich: Bestärke in dieser Feier unseren Mut, damit wir unsere Hoffnung und unserer Erfahrung mit deiner Liebe teilen. Darum bitten wir dich, der du mit dem Sohn und dem Heiligen Geist Leben teilst in Ewigkeit. – Amen.

 

Evangelium (Johannes 6, 1-15)
In jener Zeit ging Jesus an das andere Ufer des Sees von Galiläa, der auch See von Tiberias heißt. Eine große Menschenmenge folgte ihm, weil sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat. Jesus stieg auf den Berg und setzte sich dort mit seinen Jüngern nieder. Das Pascha, das Fest der Juden, war nahe. Als Jesus aufblickte und sah, dass so viele Menschen zu ihm kamen, fragte er Philippus: Wo sollen wir Brot kaufen, damit diese Leute zu essen haben? Das sagte er aber nur, um ihn auf die Probe zu stellen; denn er selbst wusste, was er tun wollte. Philippus antwortete ihm:Brot für zweihundert Denare reicht nicht aus, wenn jeder von ihnen auch nur ein kleines Stück bekommen soll. Einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder des Simon Petrus, sagte zu ihm: Hier ist ein kleiner Junge, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische; doch was ist das für so viele? Jesus sagte: Lasst die Leute sich setzen! Es gab dort nämlich viel Gras. Da setzten sie sich; es waren etwa fünftausend Männer. Dann nahm Jesus die Brote, sprach das Dankgebet und teilte an die Leute aus, so viel sie wollten; ebenso machte er es mit den Fischen. Als die Menge satt geworden war, sagte er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrig gebliebenen Brocken, damit nichts verdirbt! Sie sammelten und füllten zwölf Körbe mit den Brocken, die von den fünf Gerstenbroten nach dem Essen übrig waren. Als die Menschen das Zeichen sahen, das er getan hatte, sagten sie: Das ist wirklich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da erkannte Jesus, dass sie kommen würden, um ihn in ihre Gewalt zu bringen und zum König zu machen. Daher zog er sich wieder auf den Berg zurück, er allein.

 

Gedanken zum Evangelium:

Bei manchen Festen bitten die Organisatoren: „Bringen Sie Essen und Trinken in der Menge mit, die Sie selbst verzehren. Geben Sie es ab. Wir machen daraus ein Buffet.“

Es ist spannend, dieses Buffet dann zu sehen und zu genießen. Ich entdecke vielleicht ganz neue Speisen. Oder ich stelle fest, dass es Viele gibt, die ähnliche Dinge wie ich gebracht haben. Es sagt etwas darüber aus, wie gewöhnlich oder ausgefallen mein Geschmack ist. Am Ende erleben die Organisatoren oft, dass noch Essen übrigbleibt. Das wird dann etwa an Obdachlosenküchen gegeben. So haben noch mehr Menschen etwas von dem Fest, das gefeiert wurde. Wie mag es da bei der Speisung der 4000 gewesen sein? Kam alles nur aus den 5 Broten und 2 Fischen? Gab der Junge anderen den Anstoß, selber auch alles zu geben? Oder war es tatsächlich Jesu Segen über die Gaben, die aus ihnen so viel werden ließ?

Die Schriftstellerin Luise Rinser hat in ihrem Buch Mirjam die zweite Variante gewählt. In diesem Buch lässt sie Maria von Magdala ihre Erfahrungen mit Jesus erzählen. Bei der Speisung der vielen beobachtet Mirjam bei sich und den anderen: „Und viele legten etwas dazu aus ihrem eigenen, zuerst verhohlen gesparten Mundvorrat.“

Ein solcher Gedanke hat etwas für sich. Reserve behalten und lieber erst einmal das Angebotene nehmen ist sehr verbreitet. Immerhin wird Jesus dann zu einem Menschen, der dieses Verhalten aufbricht. Die Menschen lernen und verändern so das Klima untereinander. Das Wunder der Brotvermehrung ist eines, das die Herzen aufbricht.

Es ist auch das Zeichen, das uns bei einer Wallfahrt ins Heilige Land begegnet. Dort werden in Zeichnungen gerne 4 Brote und 2 Fische angedeutet. Dem Sinn nach heißt es: Wenn du das Wunder der Brotvermehrung erleben und erkennen willst, musst du von dir noch ein Brot dazulegen.

Bei dieser Interpretation kann Luise Rinser getrost den zweiten Teil des Evangeliums vergessen: Die Sammlung der übriggebliebenen Brotstücke. Aus den Resten von fünf Broten werden 12 Körbe. Es war ein Zeichen. Von dem, was Jesus geben kann, kann eine ganze Menschheit bekommen. Sie alle sollen erfahren können, wie großzügig Gott ist. Sie sollen spüren dürfen, dass Gott Leben ermöglichen will. Sie sollen sehen, dass das eigene Leben von Gott bereichert werden soll. Johannes betont es sogar: „Als die Menschen das Zeichen sahen, das er getan hatte, sagten sie: Das ist wirklich der Prophet!“ (Joh 6,14). Für einen Moment war ein Staunen da. Für einen Moment war die Offenheit für Gott da.

Aber nur für einen Moment. Denn am nächsten Sonntag geht die Geschichte weiter. Wieder suchen die Menschen Jesus und er wird ihnen vorhalten: „Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt“ (Joh 6,26). Das Zeichen ist dann interessant, wenn alle anderen Bedürfnisse befriedigt sind.
Und wir heute? Was machen wir? Um satt zu werden, brauchen wir nicht zur Kommunion zu gehen. Wir haben unsere Mahlzeiten schon gehabt und die nächste ist schon fest eingeplant. Was also soll uns da noch passieren? Aber wir sind da. Gibt es diese Offenheit auf Gott hin? Kann er uns in diesem Gottesdienst ansprechen? Kann er so auf die Gebete antworten, die wir ihm gesagt haben? Gebe ich meine Empfangbarkeit für das, was Gott mir zeigen will? Dann wäre es wieder ein Zeichen und das Evangelium bleibt aktuell.

Im Epheserbrief wird es angezeigt: Ich kann mit und für Gott leben und dabei einen Lebensstil haben, der ermutigt und Zeugnis für Gott wird. Ich kann zufrieden sein mit mir und darin Gutes tun. Gott hat mir ein Ja gesagt. Ich wiederhole es mir selbst. Und ich sage dieses Ja zu den Menschen in meiner Umwelt. Das Ja Gottes bekommt eine neue Form. Sie wird zum Zeichen. Ein solches Zeichen tut dann gut und wirkt Wunder.

 

(Norbert Riebartsch)

 

Lied: Solang es Menschen gibt auf Erden (Gotteslob 425, 1-3)

 

 

 

Fürbitten

Guter Gott, du hast uns nicht nur das Leben geschenkt, du sorgst auch für deine Geschöpfe. Wir bitten dich:

  • Wir bitten dich für alle Menschen, die nicht genug zu essen haben. Gib ihnen, was sie zum Leben brauchen.
  • Wir bitten dich für alle Menschen, die im Überfluss leben. Wecke in ihnen das Bewusstsein der Verantwortung für alle, die sich selbst nicht helfen können.
  • Wir beten für alle Menschen, die an der Herstellung von Lebensmitteln beteiligt sind. Lass sie ihre Verantwortung für das Wohl und die Gesundheit aller Menschen nicht vergessen.
  • Für alle Menschen, die nach erfülltem Leben suchen. Erinnere sie daran, dass wir nicht vom Brot allein leben.
  • Für alle, die das Wort Gottes verkünden und die Heiligen Schriften auslegen. Schenke ihnen die Fähigkeit, die Kraft der Frohen Botschaft erfahrbar zu machen.
  • Für unsere Verstorbenen, lass sie an deiner himmlischen Tischgemeinschaft teilhaben.

Du, Herr gibst uns, was wir zum Leben brauchen. Dir vertrauen wir. Amen.

 

Einleitung zum Vaterunser

Zwölf Körbe blieben bei der wunderbaren Brotvermehrung über für das Volk deines Vaters. Um sein Reich beten wir auch heute: Vater Unser…

 

Segensgebet

Treuer Gott, weil wir beeindruckt sind von dem Mut Jesu, so viele Menschen satt zu machen, bitten wir dich um die Kraft, nicht auf die begrenzten Ressourcen zu schauen, sondern auf die guten Möglichkeiten, die wir jeden Tag haben, mit anderen Menschen unser Leben zu teilen. Bewahre uns davor, mit uns zufrieden zu sein und mit uns genug zu haben. Dir danken wir für den Reichtum, der offen vor unseren Augen ist. Schenke uns das Staunen und die Freude deiner Kinder.

Dazu segne uns der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

 

Lied: Gott liebt diese Welt (Gotteslob 464, 1-3)

Aktuelles

Auszeit für die Seele

Herzliche Einladung am Sonntag, den 10. Oktober 2021 um 10:00 Uhr in die Pfarrkirche St. Johannes der Täufer Euerdorf zur "Auszeit der Seele ...

VAM Erntedank Euerdorf

Herzliche Einladung zur Vorabendmesse Erntedank am Samstag, den 02. Oktober 2021 um 18:00 Uhr in die Pfarrkirche St. Johannes der Täufer Euerdorf ...

Pfarrbrief

  Gemeinsamer Pfarrbrief des Pastoralen Raumes Bad Kissingen September / Oktober 2021 ...

Glosse

 

"Wie hat´s geschmeckt?"

Seit anfang Juni war ich auf „Erstkommuniontournee“ durch den Pastoralen Raum. Das letzte Erstkommunionfest war am 25. Juli in Eltingshausen. Coronabedingt und wegen des kleinen Altarraums sind die Kommuionkinder nach und nach zusammen mit ihrer Familie „nach vorne“ zur Kommunion gekommen.

Bei einem Kommunionmädchen waren auch die zwei jüngeren Geschwister dabei. Da gibt es immer diesen sehnsüchtig-traurigen Blick, wenn sie leer ausgehen; zumindest gesegnet werden sie immer.
Als dann die „große Schwester“ zusammen mit den Eltern kommuniziert hatte und das Heilige Brot, den Leib Christi, gegessen hatten, schaute sie ihr jüngerer Bruder an und fragte sie: „Wie hat's geschmeckt?“ Die Antwort kam prombt: „Gut!“

Alle, die ganz nahe dabei waren, konnten uns ein Schmunzeln nicht verkneifen; und ich muss immer noch über diese Szene lächeln.Brot

Dabei ist es ja ganz einfaches Brot, aber anscheinend konnten wir die Kinder doch etwas auf den Geschmack der Liebe Gottes bringen.

Ihr Bruder ist ja auch in ein paar Jahren eingeladen, selber zu testen, wie das schmeckt, bei seiner Erstkommunion.

Wenn es in einem alten Lied heißt „o süße Seelenspeise“, dann darf auch ich vielleicht wieder neu ganz bewusst bei meiner nächsten Kommunion mir die Liebe Jesu wirklich schmecken lassen; und wenn ich durch Gottes Geist selber gewandelt ein genießbarer Mensch bin und als Christ selber zum Brot für andere werde, ja vielleicht bringe ich andere auf den guten Geschmack unseres Gottes und Glaubens. Geschmacklosigkeiten gibt es leider mehr als genug.

Gerd Greier, Pfarrer

Impuls

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