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Gottesdienst zuhause am 21. Juni 2020 – 12. Sonntag im Jahreskreis

Woher weiß ich denn, dass ich keine Angst haben muss?

Gedanken von Pastoralreferent Dirk Rudolph

 

„Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen“

Lied:
Wer unterm Schutz des Höchsten steht (GL 423)

Einleitung:

Wir glauben alle an Gott, sonst würden diesen Gottesdienste nicht feiern. Aber glauben wir wirklich?
Was bedeutet Gott in unserem Leben?
Was würde uns fehlen, wenn wir den Glauben an ihn nicht hätten?
Vielleicht fällt es uns schwer, auf diese Frage eine Antwort zu finden. Aber wenn wir in eine Krise geraten, wenn wir aus der Bahn geworfen werden, wenn der Boden unter unseren Füßen wankt, dann wird uns bewusst, welchen Halt wir in Gott haben, welche Kraft der Glauben uns geben kann.
„Fürchtet euch nicht!“ - so ist der Ruf an uns aus dem heutigen Evangelium. Es ist die beruhigende Zusage Gottes, der uns nahe ist und immer für uns da sein will.
Folgen wir seiner Einladung und lassen wir uns vertrauensvoll auf ihn ein.

Gebet:

Heiliger Gott, gib, dass wir deinen Namen allezeit fürchten und lieben. Denn du entziehst keinem deine väterliche Hand, der fest in deiner Liebe verwurzelt ist. Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Amen.

Lied:
Herr, deine Güt ist unbegrenzt (GL 427)

Evangelium vom Tag – Matthäus 10, 26-33

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Fürchtet euch nicht vor den Menschen! Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet im Licht, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet auf den Dächern! Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch eher vor dem, der Seele und Leib in der Hölle verderben kann! Verkauft man nicht zwei Spatzen für einen Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen. Jeder, der sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.

Impuls:

Woher weiß ich denn, dass ich keine Angst haben muss? Wieso soll ich denn glauben, dass es dieser Gott wirklich gut mit mir meint, dass er mich wirklich, so wie es Jesus uns immer wieder versichert, dass er uns wirklich auffängt, dass ich von ihm getragen bin und mich voll auf ihn verlassen kann? Wer sagt mir denn, dass das alles auch wirklich so ist?
Wer sagt mir denn, dass ich mich wirklich auf diesen Gott verlassen kann?
Jeder der einmal begonnen hat, sich auf diesen Gott einzulassen, gehen diese Fragen immer wieder durch den Kopf. Die Antwort auf diese Frage ist im Grunde ganz einfach. Die Antwort heißt nämlich schlicht und ergreifend: niemand.
Es gibt niemanden, der mir so eine Versicherung geben könnte. Es gibt niemanden, der mir meine Zweifel im Letzten ausräumen würde.
Vielleicht ist das so ähnlich wie mit einem kleinen Kind, das im Schwimmbad am Beckenrand sitzt und dem die Mutter zuruft: "Spring, ich fange dich auf! Und hab' keine Angst, du gehst nicht unter, ich halte dich schon!"
Wer sagt dem Kind denn, dass es wirklich so ist? Wer versichert ihm eigentlich, dass es die Mutter im entscheidenden Augenblick auch wirklich auffängt und hält? Dem Kind bleibt nichts anderes übrig, als es ganz einfach zu versuchen. Einfach zu springen, in der Hoffnung, dass es schon gut gehen wird. Das erste Mal wird es das vielleicht ganz zögerlich tun, abwarten, Anlauf nehmen und wieder abbrechen, darauf warten, dass es die Mutter immer wieder ermuntert. Irgendwann einmal aber muss das Kind es dann ganz einfach versuchen im Vertrauen darauf, dass es schon gut gehen wird. Und wenn es dann gesprungen ist und aufgefangen wurde, dann spürt es, wie toll das ist, sich ganz auf einen anderen verlassen zu können.
Wenn das Kind sich dann das erste Mal wirklich getraut hat und wenn es dann unter großem Spritzen in den Armen der Mutter gelandet ist, dann kommt in aller Regel als allererste Reaktion: "Mama, noch einmal!"
Niemand gibt uns die Versicherung, dass wir aufgefangen werden, dass wir uns wirklich verlassen dürfen, voll in einen anderen fallen lassen dürfen. Das erste Mal müssen wir es ganz einfach versuchen. Wenn wir es dann aber einmal erlebt haben, dann dürfen wir auch darauf vertrauen, dass wir es auch zukünftig wagen können.
Das heutige Evangelium kann man heute so sehen, als ob Gott uns, ganz ähnlich wie eine Mutter im Schwimmbad, uns zurufen würde: "Springt doch, ich fange euch auf! Und fürchtet euch nicht, habt keine Angst, ich würde euch doch nie fallen lassen. Ihr seid viel mehr wert als tausend Spatzen!"
Eine Versicherung für das, was er uns da sagt, die gibt es nicht. Wenn wir aber auf Situationen in unserem Leben schauen, dann können wir vielleicht entdecken, dass wir schon mehr als einmal in den zurückliegenden Jahren von diesem Gott aufgefangen und gehalten worden sind.
Dann müsste es uns doch eigentlich ganz ähnlich gehen wie diesem Kind, das beim ersten Sprung in die Arme seiner Mutter ganz deutlich gespürt hat: Jawohl es stimmt, sie fängt mich auf, sie lässt mich nicht ins Wasser fallen.
Ich darf mich auf Gott verlassen, nicht deswegen, weil es irgend-jemanden geben würde, der mir eine Versicherung dafür gibt und erst recht nicht deswegen, weil ich alles verstehen würde, was er tut.
Ich darf mich auf ihn verlassen, weil er schon so oft gezeigt hat, dass er mich nicht im Stich lässt. Denn wenn ich das wirklich einmal erlebt habe, dann darf ich auch darauf vertrauen, dass ich es auch zukünftig mit diesem Gott wagen kann.

(Nach Jörg Sieger)

Fürbitten:

Menschenfreundlicher Gott, überall auf der Welt gibt es Not und Elend, Armut und Unterdrückung in vielfältigen Formen. Unsere Kräfte reichen nicht aus, die Welt zum Guten zu verändern. Deshalb bitten wir dich:

Wehre Du dem Hunger, und lass uns füreinander sein wie stärkendes Brot.

Wehre der Unterdrückung, und lass uns füreinander sein wie lebendiges Wasser.

Wehre der Krankheit, und lass uns füreinander sein wie eine helfende Hand.

Wehre der Gewalt, und lass uns füreinander sein wie eine versöhnende Brücke.

Wehre jeder Not, und lass uns füreinander sein wie ein helles Licht.

Wehre dem Tod und schenke uns ewiges Leben.

Guter Gott, überall auf der Welt sorgen sich Menschen füreinander. Stärke du unseren guten Willen und unser Bemühen. Erneuere du unsere Welt durch deinen guten Geist. Darum bitten wir dich, durch Christus, unseren Herrn. Amen.

 

Vater unser:

Alle unsere persönlichen Bitten nehmen wir in das Gebet, das Jesus uns selbst gelehrt hat ...

Vater unser im Himmel ...

Segensgebet:

Der Vorrat des Segens ist so groß, dass du niemals Angst zu haben brauchst, es wäre nicht genügend da, er würde nicht reichen, du könntest leer ausgehen.

Die Fülle des Segens ist so reich, dass dich niemals die Sorge überfallen muss, du würdest vergessen, du würdest nicht bedacht, du würdest keinen bekommen.

Die Kraft des Segens ist so stark, dass dich niemals der Zweifel plagen soll, ob sie dir auch gilt, ob sie dir auch hilft, ob sie dich auch berührt.

Das Geheimnis des Segens ist so tief, dass du immer davon ausgehen kannst, es begleitet dich, es umgibt dich, es trägt dich.

(Paul Weismantel)

Und so segne uns der gütige Gott: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Lied:
Großer Gott, wir loben dich (GL 380)

 

>als PDF

zusammengestellt von
Pastoralreferent Dirk Rudolph
Dirk Rudolph März 2020

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