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Pfarrbrief September / Oktober 2020

Extablatt

Liebe Leserinnen und Leser unseres „Extra-Blattes“

"Deswegen gleicht jeder, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, einem Hausherrn, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt!“

Dieses Zitat von Jesus (Matthäus 13, 52) ist wegweisend: Nicht einfach alles über Bord werfen, gute, sinnvolle, tragende Traditionen „bewahren“ und offen sein für Neues. Könnte so ein guter Weg aussehen für unser Christsein und für unsere Pfarrgemeinden im Pastoralen Raum? So erscheint wieder mal nach längerer Pause ein Pfarrbrief mit Gottesdienstordnung und Informationen. Dabei ist neu: für den ganzen Raum. Sie können v.a. sonntags (aber auch werktags) Gottesdienste mitfeiern und es gibt neue Angebote als „Auszeit für die Seele“, an anderen Orten und auf andere Weise. Durch den vom Bistum sehr kurzfristig festgesetzten Termin zur Firmung (am 10. September in Bad Kissingen) machen wir nicht nur aus der „Zeitnot“ eine Tugend. Eine Idee nimmt so beschleunigt neue, gute, vielfältige Formen an. Wir machen den gefirmten Jugendlichen nach der Firmung Angebote, um das Geschenk des Heiligen Geistes auszupacken, ihn zu erleben und zu nutzen. Seit Jahren schon mahnen manche: „Weniger Kirche - mehr Christus!“ Weniger Kirche bedeutet nicht, gegen Kirche zu sein. Die Kirche hat einen Auftrag und der Auftraggeber ist Christus: „Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium der ganzen Schöpfung“ (Markus 16,15). Oder wie es Bischof Jacques Gaillot einmal auf den Punkt gebracht hat: „Eine Kirche, die nicht dient, dient zu nichts!“ Unser erster Auftrag ist: zu hören, was ER uns sagt. Und dann das Evangelium zu verkünden - „wenn nötig, gebrauche Worte dazu“ (Franz von Assisi). Unser Weihbischof Ulrich Boom hat kürzlich in einem Interview gemeint, er erlebe Gemeinden oft als sehr anstrengend, dabei sollten wir doch den Himmel erahnen lassen und im Himmel wird nicht gearbeitet. In diesem Sinne wünsche ich uns allen, dass wir Momente erleben dürfen, in denen der Himmel die Erde berührt und das Reich Gottes wächst. Mit Druck geht gar nichts. Mit bloßem Bewahren bleiben wir in der Vergangenheit hängen. Gehen wir doch miteinander auf Entdeckung zu himmlischen Momenten mitten unter uns.
Gerd Greier
Pfarrer

 

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