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Gemeindereferentin Heike Waldvogel

Anfang und Ende, Schatten und Licht, alles ist Gnade fürchte dich nicht.“

images/isiweb-import/2019-08-30__c4fc11e6___Heike_Waldvogel__Copyright_Heike_Waldvogel.pngDen Anfang finden, das kann manchmal ganz schön schwer sein. Wer schon einmal vor der Herausforderung stand eine Arbeit verrichten zu dürfen, bei der man nicht so richtig weiß wie sie anzupacken ist, kennt das Gefühl, erst gar nicht damit beginnen zu wollen. Die Erfahrung zeigt aber, dass sobald der Anfang geschafft ist, man sich schnell hinein vertiefen und sogar Freude am Tun entwickeln kann. So spiegelt das Sprichwort: „Aller Anfang ist schwer“ eine Lebenserfahrung wider.
Neu anfangen, das musste schon jeder einmal in seinem Leben. Lebensabschnitte bringen Neubeginn und Veränderungen mit sich, manche vorherbestimmt, dem Lauf der Zeit geschultert, manche ganz überraschend, unerwartet.
In der Bibel wird diese Grunderfahrung aufgegriffen, und in den vielfältigsten Geschichten thematisiert, wie beispielsweise in der Abraham-Erzählung, oder im Pfingstgeschehen im Neuen Testament. Oft ist diese Erfahrung des Aufbruchs und Neubeginns verbunden mit einem Gefühl von Angst und Unsicherheit. Der Betroffene stellt sich die Frage: Was kommt da auf mich zu? Vertrautes bricht weg, was vermag da Halt zu geben?

Der heilige Franz von Sales gibt einen weisen Rat: „Begegne allem, was auf dich zukommt nicht mit Angst, sondern mit Hoffnung.“ Das Prinzip Hoffnung, dieses ist wesentlicher Bestandteil im Prolog des JohannesEvangeliums, wenn es dort heißt: „Am Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott.“ Gottes Wort ist in allen Anfängen. Darauf zu vertrauen kann helfen, das Unbekannte, das vor einem liegt, nicht als Bedrohung, sondern als Möglichkeit und Chance wahrzunehmen. „Aller Anfang ist schwer.“ Das Loslassen von Liebgewonnenen ist schmerzhaft. Doch nicht immer war alles gut. Heilsam ist es, die Schatten der Vergangenheit hinter sich zu lassen und die schönen Erinnerungen im Herzen zu bewahren. „Alles ist Gnade“, in diesem Bewusstsein seinen Weg wagen und gehen, die Herausforderung annehmen. Gnade, Hoffnung und die Zusage, dass wir nicht alleine sind, das macht Mut für die großen Anfänge im Leben, auch für meiner persönlichen Situation, in der einen Stellenwechsel nach 9 Jahren aus der PG „Um den Findelberg“ nach Bad Kissingen vorgesehen ist.
Doch sollen an dieser Stelle die kleinen bescheidenen Anfänge nicht vergessen werden. Jeder Morgen kann ein Beginn, ein Anfang sein, und man darf gespannt sein, was der Tag bringen mag.
Ich wünsche Ihnen für alle Anfänge, sowohl für die großen Entscheidungen, als auch die kleinen, unscheinbaren Neuanfänge im Leben die Gewissheit, dass sie begleitet und geleitet werden von der Gnade Gottes.

Ihre Heike Waldvogel

 

 

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